Der deutsche Sommer bringt so einige Überraschungen mit sich. Von prallendem Sonnenschein über Regenschauer bis hin zu Hagelgewittern hat die Jahreszeit alles zu bieten. Doch eines darf bei uns nicht fehlen: Der Grill.

97% der Deutschen genießen die Grillsaison und das gemütliche Flair, das einem Grillabend beiwohnt. Doch meistens kann ein solches Event nur spontan stattfinden, weil die Launen des Wetters kaum planbar sind. Ein entspanntes Zusammenkommen fällt viel zu oft wortwörtlich ins Wasser. Eine Schmach für alle begeisterten Hobby- und ProfigrillmeisterInnen. Aber das Grillfest kann doch auch auf die Terrasse verlegt werden, wo der Grill geschützt vor den Schauern stehen kann, oder?  

Grundsätzlich ja. Doch es gilt, einige wichtige Dinge zu beachten, damit die Sicherheit gewährleistet ist und der Spaß nicht in einem Brandunfall endet. Es bedarf gründlicher Planung und Abwägung, ob die überdachte Terrasse tatsächlich genutzt werden sollte.

Die wichtigsten Grundregeln beim Grillen unter einer Terrassenüberdachung: 

1. Planen Sie ausreichend Platz ein, sowohl rund um den Grill herum, als auch nach oben hin.

2. Achten Sie auf eine feuerfeste Überdachung und Grillunterlage. Der Grill muss rutsch- und wackelfest stehen. Tragen Sie, wenn möglich, auch kunststofffaserfreie Kleidung oder eine Grillschürze, denn entzündete, kunststoffhaltige Textilien verschmelzen mit der Haut und hinterlassen schwer heilende Wunden.

3. Halten Sie genügend Abstand zu Nachbargrundstücken. Grillrauch kann nämlich durchaus belästigend sein und die Brandgefahr ist bei zu geringem Abstand deutlich höher. Seien Sie also rücksichtsvoll.

4. Lassen Sie den Grill niemals unbeaufsichtigt. Wenn Sie fertig sind kontrollieren Sie, ob der Grill tatsächlich ausgeschaltet ist und verlassen Sie den Raum nicht, bevor der Grill nicht gänzlich abgekühlt ist. 

5. Stellen Sie in jedem Fall Löschmöglichkeiten griffbereit. Ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke sind sinnvoll, in jedem Fall sollte jedoch ein Eimer Wasser oder Sand in unmittelbarer Nähe bereitstehen. 

6. Halten Sie Kinder und Haustiere von der Gefahrenzone fern. Spielende Kinder oder Haustiere können den Grill umstoßen und einen Brand entfachen, oder sich selbst an dem Grill verletzen. 

7. Geht doch etwas schief, zögern Sie nicht und rufen umgehend den Notruf 112 an. Leiten sie gegebenenfalls Erste-Hilfe-Maßnahmen ein.

Kann ich meinen Grill unter der Terrassenüberdachung nutzen?

Nicht jeder Grill ist gleichermaßen geeignet. Greifen Sie am besten zu einem Elektrogrill. Damit können Sie bedenkenlos auch unter einer Terrassenüberdachung grillen. Achten Sie lediglich auf genügend Sicherheitsabstand zu textilen oder hölzernen Materialien und ausreichend Platz für den Grillmeister oder die Grillmeisterin. 

Sofern kein Elektrogrill vorhanden, kann auch ein Gasgrill mit kontrollierbarer Flamme verwendet werden. Allerdings geht das nur, wenn die Decke der Terrassenüberdachung aus nicht- oder schwerentflammbarem Material besteht. Hölzerne Vorrichtungen sind beispielsweise ungeeignet. 

Prüfen Sie, ob die Decke sich mit dem Entzünden des Grills erhitzt. Ist das der Fall, schalten Sie den Grill sofort aus oder ziehen Sie ihn (vorsichtig) in den Garten, weg von der Überdachung. Bedenken Sie außerdem, dass textile Stoffe, die dem Rauch direkt ausgesetzt sind, den Grillgeruch aufnehmen können. Das gemütliche Zusammenkommen vom Samstagabend kann also noch einige Tage unangenehme Gerüche hinterlassen. Der Sicherheitsabstand zu umstehenden Möbeln und Textilien (z.B. Sonnenschirmen) sollte vergrößert werden. Das gilt auch für den Bewegungsspielraum der grillenden Person.

Terrassenüberdachung Grillen Gasgrill?
Von der Verwendung eines Kohlegrills unter einer Terrassenüberdachung ist grundsätzlich abzuraten. Bei einem Gasgrill sollten Sie zudem darauf achten, dass alle Anschlüsse dicht sind und Verbindungsschläuche keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.  Foto: Shutterstock.com

Gasgrill oder Kohlegrill?

Der Grill sollte möglichst an der Seite der Überdachung platziert werden, die zum Garten hin offen ist. Eine ausreichende Belüftung muss sichergestellt werden, damit sich keine Rauchelemente unter der Decke sammeln. Das stinkt nämlich und kann sogar zu Rauchvergiftungen führen. Dazu kann ein Ventilator gegen die Decke (vom Haus aus in Richtung Garten) gerichtet werden, besser sind jedoch kippbare Elemente in der Terrassenüberdachung, die einen Rauchabzug gewährleisten. 

Bei einem Gasgrill sollten Sie zudem darauf achten, dass alle Anschlüsse dicht sind und Verbindungsschläuche keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. 

Von der Verwendung eines Kohlegrills unter einer Terrassenüberdachung ist grundsätzlich abzuraten. 

So schön die Grillsaison auch ist, die Sicherheit aller Beteiligten muss im Vordergrund stehen. Wägen Sie also selbst ab, wie geeignet Ihre eigene Terrasse für einen Grillabend ist und ob es nicht doch möglich ist, den Grill im Garten zu platzieren. Sind jedoch alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die richtigen Menschen beisammen und ein geeigneter Platz für den Grill gefunden, steht einem perfekten Sommerabend nichts mehr im Weg.